Angekommen

Die Erschütterung in meinem Leben vor einigen Jahren glich einem Vulkanausbruch. Nichts war mehr so wie vorher, alles überzogen mit glühender Lava, Rauchschwaden, alles darunter umgekommen, verbrannt. Ausgebrannt.

Auf dieses Szenario hinzuschauen, war schwer für mich. Es zu akzeptieren der erste Schritt auf meinem eigenen Genesungsweg. Es ist, wie es ist. Auch, wenn ich es nicht haben will, auf die Seite schieben möchte, mich aus der Situation wegbeamen will. Sicherlich - das ist möglich. Es gibt eine Vielzahl von Angeboten, sich dem, was ist, nicht stellen zu müssen. Wir haben in uns selbst Strategien und Mechanismen entwickelt. Zusätzlich gibt es Helfer, wie Alkohol und Medikamente, die unser Sein erträglicher machen. Auch ich war dankbar für temporäre Unterstützung und Hilfe von außen. Und doch war für mich klar, dass ich ganz gesund werden will. Dass in meiner inneren Welt Frieden herrscht, die Lava erlischt und es irgendwann eine reiche, wunderbar tropische Vegetation gibt, mit hohen Palmen, deren Blätter im Wind schaukeln, herrlichen bunten Blumen und Vögeln, die von Ast zu Ast fliegen.

Es brauchte Zeit. Anfangs bahnten sich feine Gräser ihren Weg durch die verbrannte Schicht, irgendwann kniehoch, dann gab es Büsche, anfangs mit zarten Trieben, dann mit vollen Blättern und Blüten. Es kamen Bäume und eine reiche Vogelwelt hinzu. Wenn ich nun hochblicke, sehe ich dichtes Blätterwerk, darüber schwingen Palmenblätter leicht im Wind.

Ich bin jetzt dort, wo ich hinwollte.

Frieden.

Freude.